1. Tarifverhandlung für die westdeutsche Stahlindustrie

Heute fand in Düsseldorf die erste Tarifverhandlung für die rund 68.000 Beschäftigten der Stahlindustrie für Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und Bremen statt. Die IG Metall forderte eine Entgelterhöhung um 8,2 % bei einer Laufzeit von 12 Monaten und die Verlängerung der Tarifverträge über Altersteilzeit, zur Beschäftigungssicherung und zur Einführung von Arbeitszeitkonten sowie über den Einsatz von Werkverträgen.

Die Arbeitgeber haben der IG Metall eine Einmalzahlung in Höhe von 2.100 EUR für eine Laufzeit von 12 Monaten angeboten. Damit soll einerseits der in vielen Mitgliedsunternehmen bis heute guten Entwicklung der Ergebnisse, andererseits den enormen wirtschaftlichen Risiken entsprochen werden, denen sich die Stahlindustrie sowie die Gesamtwirtschaft gegenüber sehen. Insbesondere die sich abzeichnende Verteuerung und Verknappung von Energie würde die Stahlunternehmen existenziell gefährden.

Prof. Dr.-Ing. Heinz Jörg Fuhrmann, Vorsitzender des Arbeitgeberverbandes Stahl e.V.:

„Die Unsicherheit in der deutschen Wirtschaft und in der Stahlindustrie bezüglich der weiteren konjunkturellen Entwicklung ist so groß wie seit der Kubakrise 1962 nicht. In dieser wahrhaft außergewöhnlichen Situation sind außergewöhnliche Schritte erforderlich. Mit dem Angebot einer hohen Einmalzahlung sind die Arbeitgeber weit auf die IG Metall zugegangen.“

Düsseldorf, den 13. Mai 2022

Arbeitgeberverband Stahl e.V.
   gez. Dr. Gerhard Erdmann