Tarifabschluß in der 5. Tarifverhandlung für die westdeutsche Stahlindustrie

 

 Von gestern auf heute fand in Düsseldorf die fünfte Verhandlung der diesjährigen Tarifrun-de für die ca. 72.000 Beschäftigten der Stahlindustrie in Nordrhein-Westfalen, Bremen und Niedersachsen statt. Nach ca. 16-stündigen, äußerst schwierigen Verhandlungen einigten sich die Tarifvertragsparteien auf ein Verhandlungsergebnis mit folgenden Eckpunkten:

1. Für die Monate Januar und Februar 2019 eine Pauschalzahlung in Höhe von insgesamt 100,00 EUR.

2. Mit Wirkung ab 01.03.2019 Anhebung der Löhne und Gehälter um 3,7 %.

3. Ab 01.01.2019 überproportionale Anhebung der Ausbildungsvergütungen in zwei Stu-fen.

4. Mindestlaufzeit der Entgeltabkommen bis zum 28.02.2021 (26 Monate).

5. Mit Wirkung ab 01.03.2020 für die Arbeiter und Angestellten Zahlung einer zusätzli-chen tariflichen Vergütung in Höhe von 1.000 EUR pro Kalenderjahr, gestaffelt um-wandelbar in freie Tage.

 

6. Verlängerung der Tarifverträge über Altersteilzeit, zur Beschäftigungssicherung und zur Einführung von Arbeitszeitkonten sowie über den Einsatz von Werkverträgen.

Andreas J. Goss, Vorsitzender des Arbeitgeberverbandes Stahl, erklärte dazu:

„Diese Tarifrunde war außergewöhnlich komplex und wurde dementsprechend intensiv ge-führt. Insbesondere die Forderung nach einem in Freizeit umwandelbaren Zusatzentgelt hat uns vor eine Zerreißprobe gestellt. Die Umsetzung dieser zusätzlichen Freizeitansprüche der Beschäftigten wird den Unternehmen nicht leicht fallen. Dank der dazu gefundenen Tarifre-gelungen sollte dies aber gelingen. Bei der prozentualen Anhebung der Tabellenentgelte hat das Bemühen um eine Beendigung des Tarifkonflikts eine nicht unerhebliche Rolle gespielt. Hilfreich für den Abschluß war auch die relativ lange Laufzeit der Abkommen.“

Düsseldorf, den 17. März 2019

Arbeitgeberverband Stahl e.V.

gez. Strippelmann